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Meine Auftragsarbeiten

Zu meiner künstlerischen Arbeit

Ich versuche die Kunst (meine…) als Mittel zur kritischen Betrachtung zu verwenden. Ich bewege mich als Mensch und arbeitend als Künstler in einer Welt, die mir zugegebenermaßen des Öfteren alles andere als behagt. Das heißt nicht, dass ich das „Um mich herum“ als ständig unzufriedener Pessimist begreife- im Gegenteil, ich sehe mich selbst als ziemlich positiv eingestellten Zeitgenossen- sondern ich trachte danach, mich störende Zustände aufzugreifen und in gemalte/ gezeichnete Worte zu kleiden.

Mit meiner künstlerischen Arbeit werde ich die Welt sicherlich nicht verändern können. Ich kann jedoch versuchen, aufmerksam schauend und schaffend diese Aufmerksamkeit beim Betrachter zu erregen und ihn/ sie dahingehend zu wecken, dass auf neuerliche Art über Unzulänglichkeiten nachgedacht wird. So kann zumindest in einen zäh fließenden Zustand etwas Bewegung gebracht werden. Veränderungen- im Kleinen begonnen- können folgen

Um diesem Ziel näher zu kommen, gebraucht der Kunstschaffende diverse Hilfsmittel. Eine dieser Möglichkeiten bietet sich mir in der Verwendung des Schwarz-Weiß der Zeichnung. Der Grafitstift unterstreicht in seiner Farblosigkeit bzw. der Konzentration auf Licht und Schatten das Dokumentarische der aufzuzeigenden Störnisse. Brauntöne - mit Kaffee nuancierend eingesetzt- erschaffen lediglich eine akzentuierende Atmosphäre um das eigentliche Motiv herum.

Realismen verbunden mit der Beherrschung eines gewissen handwerklichen Könnens sind mir als Mitteleinsatz wichtig. Es forciert das Wiedererkennen des Betrachters von sich selbst in dieser vermeintlich unbequemem Welt, erfasst ihn- falls er es zulässt- und initiiert so den gewollt angestrebten Weiterdenk- und Veränderungsprozess im Kleinen. „Vielleicht klappt`s ja auf diesem Wege“, ist mein Grundgedanke..

„Zähes Dasein“ bezieht sich daher nicht auf eine negativ belastete Sichtweise meines Lebens oder der Welt um mich herum, sondern ich sehe eher die Geschwindigkeiten, in der die Lebensbewegung voranschreitet in all seinen Nuancen als ziemlich zähflüssig an. Der Mensch zieht sich selbst oft träge und schwerfällig von einem in den nächsten Zustand, was natürlich aufgrund des langsamen Voranschreitens auch seine positiven Seiten hat.

Beispiel: Das Alter (Bildtitel) ist nicht plötzlich mit großem Schritt einfach da, sondern zeigt sich langsam mit der Bildung von Falte um Falte- was für eine Faszination im Angesicht einer Greisenhand, gestisch sprechend von der Zeit…. Jugend und Schönheit, rückblickend sehenden Auges durch Krankheit und medikamentöse Behandlungen hindurch, eingerahmt durch die Mannigfaltigkeit der Natur- und schlussendlich bekränzend mit der Lilie als Friedhofsschlussgruß, das alles zeitigt eine fantastisch- zähe Bewegung durch ein fassettenreiches Dasein in dieser Gesellschaft. Auf die Betrachtung kommt es an.

Dir farbige Behandlung in der Kunst wie im wahren Leben unterstreicht diese Vielfalt. Das Grundgerüst wird als bildliche bzw. thematische Darstellung meistens mit Pinsel und Schwamm, Kreide oder Bleistift auf nahezu jedem möglichem Untergrund herausgearbeitet. Danach werden feinste Details und Materialspielereien mit der Spritzpistole nachbehandelt, so dass selbst auf kleiner Fläche mögliche separate Welten entstehen, die zusammengenommen das lebendig- zähe Gesamtrefugium ergeben.

Die Bildtitel in meiner Arbeit sind von Bedeutung für das Verständnis: sie geben dem Betrachter den Einstieg in den zu betretenden Denkpfad, der zumindest als eine Möglichkeit der Auseinandersetzung Bestand haben soll.